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EINE SAISON IM ZEICHEN DER PANDEMIE
Uns freischaffende Künstler trifft das Corona-Virus hart, man kann die Diskussion um Systemrelevanz in den Medien verfolgen.
Ich betrachte meinen Beruf als Opernsänger als langfristig systemrelevant, denn wir Kulturschaffenden pflegen die Seelen der Menschen. Das lässt sich schwerer gegenrechnen als bei anderen Wirtschaftszweigen, aber Kultur zahlt sich aus – die Währung heißt unter anderem LEBENSQUALITÄT!

RÜCKBLICK
Etwas traurig blicke ich auf die ausgefallenen Produktionen, Tourneen, Konzerte, Debüts, die der Pandemie zum Opfer fallen: Werther, Florestan, Fernand Cortez, Japan-Tour, China-Tour, Berlioz-Festival… Manches wird in Zukunft nachgeholt werden können, einige Gelegenheiten sind verloren. „Die Stumme von Portici“ an der Oper Dortmund wurde als Geisterpremiere nur ein einziges Mal aufgeführt.
Auch in der nächsten Saison hinterlässt das Virus Spuren, das gesamte Ausmaß ist vermutlich noch nicht auszumachen, aber ich bleibe natürlich optimistisch, dass wir mit etwas Geduld wieder zu dem kompletten, kraftvollen Kulturprogramm zurückfinden.

AUSBLICK
Im November 2020 werde ich wieder als Fridolin in der Erfolgsproduktion „König Karotte“ an der Volksoper auf der Bühne stehen – ich kann es kaum erwarten.
Ebendort steht im Dezember mein Debüt als Eisenstein auf dem Programm. „Die Fledermaus“ an der Volksoper hat Referenzcharakter und ich bin begeistert, dort vom Alfred nun zum Eisenstein Überzugehen!
An der Kreuzkirche Bonn wird das Beethovenjahr unter anderem mit der Missa Solemnis gefeiert. In mehreren Konzerten wird das Werk im November 2020 mit einem großen Programm verbunden. Ich freue mich sehr, dabei sein zu können!

2021 hält noch einige Überraschungen bereit, ich kann aber schon verraten, dass ein weiteres Wagnerdebüt auf mich zukommt: An der Oper Leipzig werde ich ab Juni 2021 in Wagners selten gespieltem Werk „Das Liebesverbot“ die Rolle des Claudio übernehmen. Nach Glucks Achilles und Gounods Faust ist es mir eine besondere Freude, an dieses großartige Opernhaus zurückzukehren!

Viele Fragen sind noch offen, die Theater und Konzertveranstalter arbeiten mit Hochdruck an Konzepten, um das Kulturleben wieder zu beleben.

Halten wir uns alle flexibel und bereit!